Wissen

XRechnung oder ZUGFeRD — was ist der Unterschied?

XRechnung und ZUGFeRD sind die beiden in Deutschland üblichen E-Rechnungsformate. Beide basieren auf derselben europäischen Norm EN 16931 — und trotzdem sorgt kaum ein Thema für so viel Verwirrung. Die Kurzfassung: XRechnung ist eine reine Datendatei, ZUGFeRD ist ein Hybrid aus PDF und Daten.

XRechnung: reines XML

Die XRechnung ist der deutsche Standard für den strukturierten Rechnungsaustausch, entwickelt von der KoSIT (Koordinierungsstelle für IT-Standards). Eine XRechnung ist eine einzelne XML-Datei — für Menschen auf den ersten Blick unlesbar, für Software perfekt maschinenlesbar.

Im Geschäft mit Behörden (B2G) ist die XRechnung seit 2020 Pflicht und wird über das Feld Leitweg-ID an den richtigen Empfänger geroutet. Es gibt sie in zwei technischen Syntaxen: UBL und UN/CEFACT CII — beide sind gleichwertig zulässig.

ZUGFeRD / Factur-X: PDF mit eingebettetem XML

ZUGFeRD (ab Version 2 identisch mit dem französischen Factur-X) ist ein Hybridformat: eine normale, lesbare PDF-Rechnung, in die zusätzlich eine XML-Datei mit denselben Daten eingebettet ist. Der Mensch liest die PDF, die Software liest das XML.

Rechtlich entscheidend: Bei Abweichungen zwischen PDF-Ansicht und XML-Daten gilt das XML. Deshalb lohnt es sich, bei empfangenen ZUGFeRD-Rechnungen zu prüfen, was tatsächlich in den Daten steht.

Direkter Vergleich

Welches Format sollten Sie verwenden?

Für Rechnungen an Behörden: XRechnung. Für B2B-Rechnungen: Was Ihr Kunde bevorzugt — im Zweifel ist die XRechnung das „reinere“ Format und wird von jedem normkonformen System verarbeitet. Viele Empfänger schätzen ZUGFeRD, weil die PDF-Ansicht menschenfreundlich bleibt; eine separate PDF-Kopie neben der XRechnung erfüllt denselben Zweck.

Öffnen Sie jede XRechnung oder ZUGFeRD-Datei kostenlos im Browser.

E-Rechnung öffnen
Weitere Artikel: Die E-Rechnungspflicht: Alle Fristen im Überblick · Die Leitweg-ID einfach erklärt · Pflichtfelder der XRechnung: die Checkliste